Der Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Sehenswertes - Kirchen & Kapellen

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Kirche Peter und Paul
Freudenweiler, 72362 Nusplingen

Dekanat Balingen

Nusplingen_Friedhofskirche.jpg
© St. Martinusgemeinschaft e.V.

8. Jh. (geöffnet sonntags 1. Mai bis Oktober, 14 - 17 Uhr)

Die Gemeinde Nusplingen wurde um die Mitte des 6. Jahrhunderts gegründet und galt während der Alemannenzeit als bedeutsame Siedlung. Bis in die Zeit des 30jährigen Krieges besaß Nusplingen das Stadtrecht.

In den Jahren 1996 bis 2003 wurde die Kirche St. Peter und Paul auf Initiative eines Fördervereins in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt für rund 1 Million Euro restauriert. Zu Beginn der Renovierungsarbeiten wurde nahezu der gesamte Innenraum der Kirche ausgegraben und auf archäologische Strukturen untersucht. Dabei kam eine Vielzahl von Fundamenten zum Vorschein, die es ermöglichten, die sieben Erweiterungsphasen vom Gründungsbau bis zum heutigen Erscheinungsbild der Kirche nachzuvollziehen. Die Archäologen fanden im Untergrund der Kirche auch die Pfostengruben eines sakralen Holzbaus, offensichtlich einer Hauskapelle des Dorfadels, die nachgewiesenermaßen um das Jahr 650 errichtet worden war. Ende des 8.Jahrhunderts wurde daraus eine Steinkirche und zugleich auch die Nusplinger Ortskirche. Somit reichen die historischen Wurzeln von Peter und Paul bis ins 7. Jahrhundert zurück. Erstmals wurde die Kirche im Jahre 1246 urkundlich als „Mutterkirche“ der Region erwähnt. Die Alte Friedhofskirche hat als einziges Baudenkmal Nusplingens die Brandschatzung am 16. Oktober 1633 durch die schwedischen Truppen unversehrt überstanden. Im Lauf der Jahrhunderte erfolgten immer wieder bauliche Veränderungen, Übertünchungen und Bemalungen in verschiedenen kunsthistorischen Stilrichtungen. Die Wand- und Deckenmalereien im Chorraum und im Kirchenschiff repräsentieren eine erstaunliche Vielfalt in allen Stilrichtungen von der Gotik bis zum Barock. An der Nord- und Südseite des Kirchenschiffs sowie über dem Chorbogen wurden durch die Restauratoren Wandmalereien aus der Renaissancezeit freigelegt (1621). Sie waren teilweise mit neun Farbschichten übermalt und im Verlauf der Zeit völlig in Vergessenheit geraten. Das Gemälde über dem Chorbogen, welches das „Jüngste Gericht“ versinnbildlicht, ist besonders gut erhalten. Das Kirchenschiff wird oben durch eine Holzkassettendecke im Barockstil abgeschlossen. Im Schrein des Hochaltares stehen fünf äußerst wertvolle Skulpturen, die möglicherweise von Nikolaus Weckmann, einem Bildhauer der „Ulmer Schule“, um das Jahr 1520 geschaffen wurden. Auch das Bild auf der Predella, dem Sockel des Altarschreins, wird von Experten als besonders wertvoll eingeschätzt. Es zeigt Christus mit seinen zwölf Jüngern bei der Aussendung. Der Glockenstuhl im 4. Stockwerk des Turmes wurde Ende des 15. Jahrhundert errichtet. Die Aufhängung der Glocken ist eine historische Besonderheit. Sie beruht auf einem Konstruktionsprinzip, das von Leonardo da Vinci entwickelt wurde. Nicht weniger interessant sind die zahlreichen Gräber, die unter dem Kirchenboden gefunden wurden. Es handelt sich vornehmlich um insgesamt 54 Steinkistengräber aus der alemannischen Zeit, die alle noch mit Skeletten belegt waren. Ergebnisse der anthropologischen Untersuchungen sind in einer Dauerausstellung auf der Empore der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Förderverein bietet auch kurzfristig Führungen ab einer Gruppengröße von 5 Personen - nach telefonischer Anmeldung über die Gemeindeverwaltung Nusplingen, Telefon 07429/9310920 - an.


Kontaktadresse:
Gemeindeverwaltung Nusplingen
Marktplatz 8, 72362 Nusplingen
Tel.: 0049 7429 9310920
Fax: 0049 7429 9310930

E-Mail: Brigitte.Schwarz@nusplingen.de

Etappen:
MWD 3a Beuron - Nusplingen
MWD 3b Nusplingen - Dotternhausen



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Stand: September 2020 - Keine Gewähr - www.martinuswege.de